So kannst du effizient üben und kommst schneller zum Ziel

Ist das Stück, das du gerade spielst, etwas zu schwer für dich, sodass du es nicht beim zweiten oder dritten Anlauf spielen kannst? Der Rhythmus sitzt nicht richtig und mit den vielen Vorzeichen kommst du auf der Tuba so wie so nicht klar?

Dann kann beim Üben das Prinzip der rotierenden Aufmerksamkeit helfen. Bei diesem Prinzip, das der Cellist Gehard Mantel entwickelt hat, wird die Aufmerksamkeit bei jeder Wiederholung auf einen anderen Parameter der Musik gelenkt. Sie rotiert also. Wie funktioniert das und warum kann dir das helfen?

 

 

Gerhard Mantel geht davon aus, dass die Aufmerksamkeit tendenziell abschweift, wenn man eine Passage einige Male wiederholt. Konzentriert man sich nun abwechselnd auf beispielsweise Dynamik, Artikulation und Rhythmik, schweift man nicht ab und übt außerdem gehirngerecht, da man Multitasking vermeidet.

Das kannst du dir folgendermaßen vorstellen: Wenn ein Kind laufen lernt, solltest du ihm nicht gleichzeitig das Lesen beibringen. Unabhängig davon, dass man das in unterschiedlichen Altersstufen lernt, ist beides für sich genommen sehr schwierig. Wenn du als Erwachsener nun aber laufen und lesen kannst, fällt es dir leicht beim Laufen eine Nachricht auf deinem Handy zu lesen.

So verhilft das Prinzip der rotierenden Aufmerksamkeit zu einem effizienteren Übeprozess. Zunächst schwere Stücke kannst du dir nun leichter erarbeiten. Die verschiedenen Parameter, die das Stück schwierig machen, sind einzeln betrachtet oft viel leichter und besser erlernbar. Wenn du beispielsweise die Töne schon spielen kannst, ist der Rhythmus einfacher verständlich und du bekommst ihn schnell hin.

Ich wünsche dir nun viel Erfolg mit dem Prinzip der rotierenden Aufmerksamkeit. Nimm dir doch gleich ein Stück und probiere es aus!