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Schlagwort: Üben

#13 Nervosität

Nervosität – Auftritte sicher meistern

Und dann funktioniert plötzlich nichts mehr… Wie man mit Nervosität besser umgehen kann.

Ein Soloauftritt oder ein Vorspiel sorgen bei uns für Nervosität, Lampenfieber oder sogar Bühnenangst. Um das Problem in den Griff zu kriegen, schlage ich drei Strategien vor.

1.) Vorbereitung des Körpers

Wenn das physiologische System nicht mehr zuverlässig funktioniert, liegt es bei Nervosität oft daran, dass die Atmung flach wird – ein evolutionäres System, dass uns auf der Bühne nicht hilft. Die Atmung wirkt sich dann auf die Arbeit der Stimmbänder, der Zunge und letztlich des Ansatzes aus. Damit die Atmung tief ist und zuverlässig funktioniert, muss sie immer wieder geübt werden.

Übungen dazu finden sich in der Brass Master Class von Malte Burba* oder auch im Grundlagenkurs FUNDAMENT von tubalernen.de.

Während diese Übungen der langfristigen Vorbereitung zuzuordnen sind, gibt es auch Strategien in der Vorspielsituation selbst besser vorzubereiten. Das Achten auf eine tiefe und langsame Atmung ist sehr wichtig. Sie verlangsamt den Puls und schützt vor einer Sauerstoffübersättigung des Körpers. Damit die Extremitäten nicht zu kalt werden, kann man ein paar (nicht zu anstrengende!) gymnastische Übungen machen. Kniebeugen oder Liegestütze bieten sich an, müssen aber dem jeweiligen Leistungsniveau angepasst werden (wer sonst regelmäßig 40 Liegestütze macht, sollte vor dem Auftritt nicht mehr als 10 machen). Mehr dazu im letzten Kapitel von Blow Your Own Horn*.

2.) Vorbereitung des Geistes

In Situationen der Nervosität arbeitet unser Gehirn nicht mehr so zuverlässig wie gewohnt. Darum ist es extrem wichtig, die Musik, die man spielt sehr genau, am besten auswendig zu kennen. Der Anteil unseres Aufmerksamkeitsbundgets, den wir sonst bräuchten um die Noten zu erfassen, kann nun voll für Gesanglichkeit und Luft verwendet werden. Nicht nur das Prinzip ‘song and wind’ sondern auch die Idee, bereits beim Üben keine Fragen zu stellen, sondern Aussagen zu machen helfen dabei, in der Auftrittssituation musizieren zu können, statt sich durch Analyse zu paralysieren. Wichtig ist, dass wir beim Üben immer wieder für ein imaginäres Publikum spielen.

Mehr dazu in Also sprach Arnold Jacobs*.

3.) Erfahrungen sammeln und Gelegenheiten nutzen.

“Rampensau wird man nur über die Betriebsstunden”, hat mir ein Bühnentechniker einmal gesagt. Dieser Satz ist prägnant und klingt witzig, aber er enthält eine große Portion Wahrheit. Beim Lampenfieber gibt es einen Gewöhnungseffekt. Daher solltest du jede sich bietende Gelegenheit, öffentlich zu spielen nutzen. Aber auch das Vorspiel in der Familie oder vor Freunden ist schon hilfreich. Hast du schonmal in deiner Kirchengemeinde gefragt, ob du im Gottesdienst etwas solistisch spielen kannst? Oder wie wäre es mit einem humoristischen Auftritt mit der Tuba auf einer Firmenfeier? Außerdem kannst du wertvolle Erfahrungen sammeln, merkst, wann du dich selbst überschätzt, was du dir wirklich zutrauen kannst und wie du Programme zusammenstellen solltest.

 


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#10 Wie man zur Tuba kommt

Es gibt viele Wege, wie man zur Tuba kommt. Drei Kategorien stelle ich euch in diesem Podcast vor.

Im Gespräch mit Lennart Michaelis (Tubist bei Querbeat) und Dareen Friedrichs, einer jungen Tubistin aus Erftstadt bei Köln ist mir aufgefallen, dass es mehr oder weniger typische Wege zur Tuba gibt.

1. Von Kindesbeinen an

Nicht nur ich sondern auch Dareen hat bereits in jungen Jahren das Tubaspiel liebgewonnen. Bereits mit drei Jahren ist sie auf das Instrument aufmerksam geworden und spielt nun seit ihrem achten Lebensjahr die Tuba. Jetzt tritt sie an Wettbewerben wie Jugend musiziert an und möchte gerne Musik studieren.

2. Umsteiger

Lennart Michaelis hat begonnen Tuba zu spielen, als ihn seine Bandkollegen fragten, ob er neben der Posaune auch die Tuba spielen könne. Mittlerweile ist die Tuba zu seinem Steckenpferd geworden. In der Blaskapelle oder im Posaunenchor gehen viele diesen Weg; von einem höheren Blasinstrument wechseln sie, weil die Stimme besetzt werden muss, zur Tuba. Oft lernen diese Umsteiger die Vorzüge der Tuba dann zu schätzen.

3. Der Späteinstieg

Im Spätsommer dieses Jahres schrieb mich Henry (Name geändert) eine Mail und fragte, ob er bei mir die Tuba kennen lernen könne. Er hatte nicht das Ziel, Melodien auf der Tuba zu spielen, sondern wollte allein wenigstens ein paar Töne hervorbringen. In seinen frühen Sechzigern noch einmal etwas ausprobieren, was er noch nie gemacht hat, – das war sein Antrieb. Mittlerweile spielt er nach einer Handvoll Unterrichtsstunden sicher im Fünftonraum und lernt fast so schnell wie die Kinder in der Bläserklasse.

Erwachsene Anfänger profitieren besonders von ihrer Motivation. Sie verpflichten sich stärker als Kinder zum regelmäßigen Üben. Das macht den Mangel an Hirnplastizität im Vergleich zu Kindern oft wett; sie lernen fast genauso schnell.


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Kennst du schon…?

#09 Wenn Sisyphos Tuba lernt

Tubaspielen kann zur Sisyphosaufgabe werden

Wenn wir versuchen, Perfektion zu erlangen, gibt es viele Steine, die uns im Weg liegen. Dabei kommen wir uns manchmal vor wie Sisyphos, der der griechischen Mythologie zufolge vom Totengott Thanathos bestraft wurde. Weiterlesen

Technische Übungen oder Musik – Was ist wichtiger?

Beim Üben eines Instrumentes gibt es zwei Lager: Die einen wollen mit technischen Übungen ihre Fähigkeiten verbessern, für die anderen ist das Zeitverschwendung – sie üben lieber direkt an ihren Stücken.

Zwei fatale Denkfehler, die ich beide schon begangen habe

1.) Technische Übungen sind Zeitverschwendung!

Gerade junge Schüler haben oft keine Lust auf technische Übungen. Sie sind langweilig und spröde. Und außerdem sind technische Übungen Zeitverschwendung, oder? Denn wenn ich ein Stück übe, dann sind darin in der Regel technische Schwierigkeiten zu finden. Lange Noten, präzise Artikulation, unterschiedliche Dynamikstufen, Intonation – all das kann ich doch direkt beim Musikmachen mitüben.

Das Problem

Als Jugendlicher war ich sehr faul und habe ebenso gedacht. Dabei hat sich leider eine schädliche Praktik eingeschlichen, die mich noch lange verfolgt hat: Bei hohen Tönen habe ich die Lippen im Mundstück immer nach oben bewegt. Dadurch konnte ich hohe Töne ohne viel Lippenspannung spielen. Allerdings war meine hohe Lage sehr unsicher und ich hatte keine Ausdauer.

Das Problem ist also, dass wenn wir uns immer nur auf die Musik konzentrieren, sich schädliche Praktiken und Ineffizienzen einschleichen können, die wir nur sehr schwer wieder loswerden. Denn unsere Aufmerksamkeit lässt sich immer nur auf eine Sache lenken; wenn wir Multitasking betreiben, funktioniert keine Aufgabe richtig gut.

Die Lösung

Wir müssen unbedingt technische Übungen spielen oder Übungen ohne Instrument durchführen, um unseren Körper auf die anspruchsvolle Aufgabe des Musizierens vorzubereiten. Arnold Jacobs hat gesagt: “Die Natur hat uns für ein Leben auf diesem Planeten ausgestattet. Unsere Körper wurden nicht dafür geschaffen, ein Blechblasinstrument zu spielen.” Nur wenn wir bestimmte Techniken üben, gehen sie ins Muskelgedächtnis ein, sodass wir sie dann beim Musizieren einfach und intuitiv abrufen können.

2.) Gute technische Übungen machen mich zur musikalischen Allzweckwaffe!

Wenn ich eine festgelegte Routine an guten technischen Übungen täglich wieder und wieder spiele, dann bin ich technisch auf alles vorbereitet und muss es dann im Ernstfall nur noch auf die Musik anwenden. Also brauche ich Musikstücke überhaupt nicht zu üben.

Kennst du schon…?

Das Problem

Wer so denkt, – und das habe ich in einer Phase gemacht, nachdem ich in der Uni meine Abschlussprüfung hatte und ich ‘mein Level halten’ wollte – hat gleich zwei Probleme: Erstens geht bei immer den gleichen Übungen irgendwann der Kopf aus. Das Abspulen der Übungen wird stumpf, die Konzentration geht verloren. Damit geht auch der technische Abstieg einher. Außerdem verliert man seine Blattspielqualitäten – man liest ja keine Noten mehr, sondern spielt die Übungen halb auswendig. Zweitens geschieht kein Wachstum in der Musikalität. Wer schonmal alte Aufnahmen von sich selbst gehört hat, merkt, dass sich das ästhetische Empfinden weiterentwickelt und ausdifferenziert. Diese ästhetische Bildung geschieht hauptsächlich durch zwei Dinge: Rezeption und Interpretation oder, um es einfach zu sagen, Musik hören und Musik machen. Wir müssen also unbedingt unsere Musikalität schulen, um bessere Musiker zu werden.

Die Lösung

Wir brauchen also einen gewissen Anteil an Musik in unserem Übeprogramm. Als Faustregel versuche ich ca. 50/50 einzuhalten. Dieses Verhältnis von technischen Übungen und Musik schwankt allerdings, je nachdem, ob gerade ein wichtiges Konzert ansteht (zugunsten der Musik) oder ob ich merke, dass ein bestimmter technischer Aspekt meins Spiels an Qualität einbüßt (zugunsten der technischen Übungen).

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#08 Wahrer Fortschritt im Klang

Wahrer Fortschritt im Klang

Um unseren Klang auf der Tuba zu verbessern, brauchen wir a) physiologische bzw. spieltechnische Voraussetzungen, müssen b) Klangvorstellungen gewinnen und c) unseren Klang beim Üben letztlich durch ‘learning by doing’ optimieren. Weiterlesen

Drei große Fehler beim Üben und wie du sie vermeidest

Drei klassische Fehler vermeiden deinen Fortschritt beim Üben

In den letzten 20 Jahren haben sich bei mir drei Fehler herauskristallisiert, die es zu vermeiden gilt. Seit ich im letzten Herbst meine Examensarbeit zum Thema Üben (kostenlose PFD für Mitglieder, Buch auf Amazon*, Video zum Buch) geschrieben habe, sind sie mir noch bewusster geworden. Weiterlesen

#05 Nie wieder Langeweile!

Damit das Tubaspielen niemals langweilig wird, können dir Interessen-Management und Erwartungsmanagement helfen. Was das ist, und was das mit Flow, Oberfläche und Tiefe zu tun hat, erfährst du in dieser Folge. Weiterlesen

Rasender Zug: Momentum kommt vom täglichen Üben.

Tägliches Üben – Muss das sein?

Tägliches Üben ist mühevoll und benötigt Disziplin. Wenn sich kein Fortschritt einstellt, sinkt die Motivation. Wer weiter­kommen will, muss täglich üben.

Muss man eigentlich wirklich täglich üben oder reicht nicht auch ein-, zwei- oder auch dreimal pro Woche? Klar ist: All diejenigen, die sich auf ihrem Instrument verbessern wollen, müssen regelmäßig üben. Besser für den Lernfortschritt ist es dabei, an 5 Tagen 20 Minuten zu üben, als an einem Tag 100 Minuten. Der kurze Zeitabschnitt ermöglicht eine höhere Intensität bei mehr Konzentration und das tägliche Wiederholen führt zu Vertiefung.
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